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Katharina von Siena
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Katharina von Siena Katharina von Siena ist eine der bedeutendsten Heiligen der katholischen Kirche. Sie wurde nicht nur 1461 durch Papst Pius II. heiliggesprochen, sondern 1866 durch Papst Pius IX. zur Mitpatronin Roms und 1939 durch Papst Pius XII. zur Hauptpatronin Italiens erhoben. 1970 wurde sie zusammen mit Theresa von Avila durch Papst Paul VI. zur ersten weiblichen Kirchenlehrerin ernannt. Dennoch ist Katharina von Siena nicht nur auf religiösem Gebiet eine interessante und wichtige Gestalt. Ganz abgesehen von jeglicher frommen Verehrung bietet die Geschichte dieser ungewöhnlichen Frau zahlreiche Ansatzpunkte für religions-, politik-, kultur-und mentalitätsgeschichtliche Fragestellungen.Es bleibt eines der erstaunlichsten Ereignisse in der an Paradoxien wahrlich nicht armen Kirchengeschichte, wie diese ungebildete Frau, die bisher im stillen Gebet gelebt hat, plötzlich ins große politische Leben eingreift: Sie beginnt auf den Schlössern des toscanischen Adels Frieden zu stiften; wagt sich ein paar Jahre später nach Pisa und Florenz und an den glänzend - weltlichen Hof der Päpste in Avignon, um den hohe Prälaten sittliche Umkehr zu predigen und den Papst wieder nach Rom zurückzubringen. Unerhört ist dieses scheinbar gegensätzliche Leben, das hin und her pendelt zwischen der beschaulichen Zelle und der großen Welt. Es gibt darin keine Risse. Christus und seine Kirche bilden den Schlüssel zum Verständnis dieses Lebens. Katharina ist immer und zuerst die begnadete Mystikerin, die von der Gnade und dem Willen Gottes erfüllt ist. Nur von daher wird man ihre politischen Missionen verstehen können. Sie handelt immer „im Auftrag des Gekreuzigten“. Ansatzpunkte bieten sich auch bei der Lebensweise Katharinas: Sie führte nicht nur ein äußerst ungewöhnliches Leben und erregte dadurch bei ihren Zeitgenossen Aufsehen, sie nutzte die Beachtung, die sie durch ihre charismatische Begabung erfuhr, um aktiv am politischen Geschehen teilzunehmen. Dazu schrieb sie zum einen an die wichtigsten Persönlichkeiten ihrer Zeit Briefe, die heute zu den Kulturgütern Italiens gehören, zum anderen reiste sie auch selbst an die Orte des Geschehens, sei es Florenz, Rom oder Avignon, um dort Fürsprache zu halten oder zu vermitteln. Ihr tatsächlicher Einfluss und ihr Erfolg werden heute unterschiedlich beurteilt. Sicher ist jedoch, dass Katharina durch ihr Verhalten soziale Rollenbilder sprengte.
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